Augengesundheit

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Der Sehsinn ist der wichtigste unserer fünf Sinne. 80 Prozent unserer Sinneseindrücke werden über die Augen aufgenommen. Deshalb ist es wichtig das gute Sehen zu erhalten – denn gut zu sehen bedeutet auch Lebensqualität.

Im Laufe des Lebens kann es zu Veränderungen und Beeinträchtigungen der Sehleistung kommen, deshalb ist eine regelmäßige Überprüfung der Augengesundheit wichtig.

Wir raten deshalb zu regelmäßigen Überprüfungen Ihrer Sehfähigkeit und der Augengesundheit – am besten einmal im Jahr.

Warnsignale, die Sie kennen sollten:

  • Lichtblitze im Auge
  • Rußregen
  • „grauer Vorhang“ der sich vor das Auge schiebt
  • Plötzlicher Sehverlust
  • Schmerzen

In diesen Fällen sollten sie umgehend einen Augenarzt aufsuchen oder den augenärztlichen Notdienst anrufen.

Augenarztpraxen in Leonberg:

Augenarzt Praxis Dr. Banyai               Augenarzt Praxis Dr. Kolb

71229 Leonberg                                    71229 Leonberg

Leonberger Str. 97                                Graf-Ulrich Str. 6
Tel.: (07152) 42 983                            Tel.: (07152) 23631

Im Folgenden erklären wir Ihnen Veränderungen am Auge, die häufig auftreten.

Grauer Star – Katarakt

Die Katarakt oder auch grauer Star ist eine Veränderung der Augenlinse. Meistens ist sie altersbedingt, aber auch systemische Erkrankungen und Umwelteinflüsse (z.B. UV-Licht) können eine Rolle spielen. Die Linse trübt sich dabei ein und das Sehen wird schlechter. Die Betroffenen nehmen dies häufig als Grauschleier war, es kann aber auch nur eine Unschärfe sein. Manche berichten über erhöhte Blendempfindlichkeit – besonders nachts bei entgegenkommenden Fahrzeugen.

Ist die Sehverschlechterung für Sie störend, so hilft nur eine Operation. Dabei wird die getrübte Linse durch eine klare künstliche Linse ersetzt. Durch diese Linsen sehen Sie dann wieder klar und deutlich.

Oft wird die neue Linse so berechnet, dass ein vorheriger Sehfehler (Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit) bestmöglich mitkorrigiert wird, d.h. auf die Ferne ist das Sehen dann sogar ohne Brille meist recht deutlich. Auf Wunsch kann natürlich auch die Linse auf die Nähe berechnet werden, so dass Sie ohne Brille lesen können, aber zum Autofahren eine Brille benötigen.

Künstliche Linsen (Inntraokularlinsen, kurz: IOL), die beide Bereiche (Ferne und Nähe bzw. Zwischendistanz) abdecken, nennt man multifokale Intraokularlinsen. Das Versprechen ist verlockend: Deutliches Sehen auf alle Distanzen ohne Brille. Doch das Prinzip hat Grenzen:

Sowohl die Korrektion der Ferne als auch der Nähe müssen in der kleinen Linse untergebracht werden. Im Gegensatz zu Bifokalgläsern oder Gleitsichtgläsern kann man aber nicht durch Blickbewegungen zwischen den unterschiedlichen Stärken wechseln. Beide Stärken sind immer gleichzeitig vor dem Auge – man spricht vom Simultanprinzip oder Simultansehen – was nichts anderes bedeutet, als dass ein Objekt durch beide Bereiche auf der Netzhaut abgebildet wird. Es entsteht dadurch gleichzeitig ein scharfes und eine unscharfes Bild. 50 Prozent der Sehinformation geht für das unscharfe Bild verloren und muss sensorisch unterdrückt werden. Das Gehirn muss also lernen, sich auf die verbleibenden 50 Prozent der scharfen Abbildung einzustellen und den Rest zu ignorieren. Wie gut das funktioniert ist individuell sehr verschieden. Insbesondere nachts kann es zu deutlich vermehrter Blendempfindlichkeit kommen, die beim Autofahren störend ist.

Wer viel Wert darauf legt, möglichst ohne Brille durchs Leben zu gehen und dafür Kompromisse in Kauf nimmt, für diese Personen können multifokale Intraokularlinsen eine Lösung sein.

Wer hingegen die bestmögliche Sehleistung bevorzugt oder sogar beruflich darauf angewiesen ist, der sollte sich für eine Einstärkenlinse entscheiden und diese mit einer Fern-, Lese- oder Gleitsichtbrille kombinieren.

Grüner Star – Glaukom

Grüner und grauer Star werden aufgrund der Ähnlichkeit im Namen häufig verwechselt. Tatsächlich haben sie aber gar nichts miteinander zu tun. Der graue Star ist eine meist altersbedingte Veränderung der Linse, die bei jedem früher oder später bemerkbar ist. Hingegen ist der Grüne Star eine Augenkrankheit, die am Anfang meist unbemerkt abläuft und unbehandelt bis zur Erblindung führen kann. Beim Glaukom werden die Nervenfasern des Sehnervs nachhaltig geschädigt. Anzeichen für eine mögliche Schädigung der Nervenfasern sind ein erhöhter Augeninnendruck sowie Veränderungen am Sehnervenkopf. Der Augeninnendruck kann schnell und unkompliziert gemessen werden, für eine Diagnose ist aber auch die Beurteilung des Sehnervenkopfes und eventuell eine Messung der Nervenfaserdicke notwendig.

Die Messung des Gesichtsfeldes – dies nennt man Perimetrie – kann erste Schädigungen aufzeigen und wird zur Verlaufskontrolle eingesetzt.

Wir empfehlen: Ab ein Alter von 40 Jahren sollte auf jeden Fall ein Glaukomscreening durchgeführt werden. Sind in der Verwandtschaft bereits Personen am Glaukom erkrank, sollte ein Glaukomscreening schon zu einem früheren Zeitpunkt durchgeführt werden, da eine genetische Veranlagung vorhanden sein kann.

Die gute Nachricht ist: Frühzeitig erkannt und gut therapiert kann das Sehvermögen sehr lange erhalten bleiben.

Trockene Augen

Viele Menschen klagen über trockene Augen. Die Augen fühlen sich kratzig an, als ob Sand drin ist. Dabei kann sogar die Sehschärfe zeitweilig reduziert sein. Je nach Schweregrad und Ursache werden trockene Augen meist mit Tränenersatzmitteln behandelt.

Die Ursachen dafür können sehr unterschiedlich sein. Systemische Erkrankungen und Medikamente können zu trockenen Augen führen, genauso wie entzündete Lidränder, anatomische Veränderungen der Lider, unvollständiger Lidschluss und mangelnde Tränenproduktion.

Häufig treten trockene Augen auch in Verbindung mit Computerarbeit auf bzw. werden dadurch verstärkt. Das hängt damit zusammen, dass durch die Arbeit am Computer die Lidschlagfrequenz deutlich reduziert wird, mehr Tränenflüssigkeit verdunsten kann und dadurch die Hornhaut nicht mehr regelmäßig mit Tränenfilm befeuchtet wird.

Ein Tipp: Blinzeln sie ganz bewusst häufiger, wenn sie am Computer oder PC sitzen. Genauso wichtig ist eine passende Bildschirmbrille.

Bei uns bekommen Sie auch Tränenersatzmittel und Augensprays, die die Augen erfrischen und übermäßige Verdunstung stoppen.

Altersbedingte Makuladegeneration

Altersbedingte Makuladegeneration – kurz AMD – ist eine multifaktorielle Veränderung der Makula, die das Sehen erheblich beeinträchtigen kann. Die Makula ist der Ort des schärfsten Sehens auf der Netzhaut. Durch die Makuladegeneration werden die Sehrezeptoren geschädigt. Es gibt aktuell keine Therapie, die eine Heilung ermöglicht. Durch geeignete Maßnahmen lässt sich aber das Voranschreiten der Makuladegeneration verhindern.

Zwei Arten von Makuladegeneration werden unterschieden:

Die trockene Makuladegeneration

  • Schreitet eher langsam voran
  • Nach Rücksprache mit dem Augenarzt können hochdosierte Vitamine (basierend auf der ARED-Studie) eingenommen werden, um das Risiko zu senken, dass ein „feuchte“ Makuladegeneration entsteht
  • Sehr guter UV-Schutz ist ratsam, UV400 oder Kantenfiltergläser
  • Rauchen ist ein zusätzlicher Risikofaktor
  • Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt sind sinnvoll
  • Eigenkontrolle mit dem Amsler-Gitter ist anzuraten, um Veränderungen festzustellen und ggf. den Augenarzt aufzusuchen.

Die feuchte Makuladegeneration

  • Kann sehr schnell die Sehleistung reduzieren und zur Erblindung führen
  • Eine Behandlung ist mit Inkjektionen (Lucentis, Avastin, Eleya) möglich und kann das Fortschreiten verhindern.

Vergrößernde Sehhilfen erhalten die Lebensqualität

Wenn bereits Schädigungen der Makula vorhanden sind, ist es wichtig, diese Patienten mit den notwendigen Sehhilfsmitteln zu versorgen, um die Selbstständigkeit zu erhalten.

Wir beraten Sie rund um vergrößernde Sehhilfen.